Hilfe für Tier- und Natur-Helfer
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SABINE GEORGI, SABINE OBERST, CORINNA GLATZ, STADTTAUBEN MÜNCHEN E.V.

GRAUE VÖGEL, GRAUE STADT, GRAUSAMES SCHICKSAL

Stadttauben leben auf unseren Dächern, in Bahnhöfen und Hinterhöfen, also mitten unter uns. Und doch führen sie ein Dasein am Rand der Gesellschaft. Kaum ein Tier ist in deutschen Städten so allgegenwärtig und zugleich so ungeliebt. Mitunter werden sie als geflügelte Ratten bezeichnet, oft werden sie einfach weggejagt.

Menschen haben die Tiere in ihre missliche Lage gebracht. Sie haben ihre Vorfahren, die Felsentauben, über Jahrtausende domestiziert, um sie als Lieferanten für Fleisch, Eier und Dünger zu nutzen. Oder als Brief- und Hochzeitstauben. Daraus haben sich Populationen entwickelt, die einen ständigen Kampf ums Überleben führen müssen.

Denn in Städten befinden sich die Tauben weder in der Natur, noch in menschlicher Obhut. Sie sind verwildert, aber abhängig und verkannt. Obwohl die Tiere auszeichnet, was wir normalerweise an Lebewesen sehr hoch schätzen: Intelligenz, Lernfähigkeit, Treue und Fürsorglichkeit. Sie empfinden Schmerz, Stress und sogar emotionale Bindung. Wer sieht das? Wer schaut ihnen wirklich in die Augen?

Tauben anders sehen
Zumindest die Mitglieder des gemeinnützigen Vereins Stadttauben München tun es. Sie erkennen das Leiden der Tiere. Sie wissen: Wenn Tauben auf der Suche nach Nahrung herumirren, ist das kein Zeichen von natürlichem Wildleben, sondern von Vernachlässigung. Oft sind sie geschwächt oder sogar krank. Stadttauben brüten bis zu sieben Mal im Jahr, weil ihre Zuchtgeschichte sie dazu programmiert hat. Die Folge ist immer mehr Nachwuchs – bei mangelnder Nahrung.

So wurde das zentrales Thema der Vereinsarbeit der Eiertausch. Er gilt als das einzige wirklich wirksame Mittel, um die stark wachsenden Taubenpopulationen in Städten langfristig zu regulieren.

Geburtenkontrolle statt Verdrängung
Mehrmals pro Woche steuern ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in ganz München Orte mit hohen Taubenpopulationen an und sammeln dort Eier – wie hier auf dem Foto aus der Stachuspassage. Durch den Austausch der Taubeneier gegen Attrappen lässt sich Tierleid mindern: Es schlüpfen keine Jungtiere, und zugleich reagieren die Tauben nicht mit einem sofortigen Nachgelege.

Auf diese Weise wird die Taubenpopulation reguliert – mit dem Ergebnis, dass weniger Tiere unter Hunger und Krankheiten leiden.

Endlich flattern neue Gedanken durch die Köpfe
Der Verein hat für seine Arbeit sogar ein eigenes Konzept entwickelt: das „Münchner Modell“. Auf Flachdächer werden kleine Brutboxen installiert, die Tauben
gerne als Nistplätze annehmen. Die Boxen benötigen nur wenig Raum und die Eier lassen sich einfach entnehmen. Ein pragmatischer Ansatz, der zeigt, wie wirksam Lösungen sein können, wenn sie sich am Verhalten der Tiere orientieren.

Die Erzählung von der Taube als Schädling ist ein Märchen.
Es gibt keinen Grund, Tauben zu diff amieren: Stadttauben übertragen keine relevanten Krankheiten auf den Menschen. Dies hat das Robert Koch-Institut offiziell bestätigt.

Verschnürte Füße und stille Schmerzen
Ein oft übersehenes Problem: verschnürte Taubenfüße. Haare, Fäden und Müll verfangen sich an den Krallen der Tiere und schneiden immer tiefer ein. Bleibt dies unbehandelt, sterben Zehen ab, und die Tauben laufen auf Beinstummeln weiter. Die Vereinsmitglieder fangen die Tiere ein, entfernen die Einschnürungen, pflegen sie gesund und entlassen sie anschließend wieder in die Freiheit.

Doch auch schon einfache Gesten helfen: darauf zu achten, dass Tauben nicht verscheucht oder gejagt werden und dass keine Hochzeitstauben fliegen. Wer ein Nest auf dem Balkon entdeckt, sollte wissen: Befinden sich Eier oder Küken darin, sind sie gesetzlich geschützt. Verletzte Tauben setzt man vorsichtig in einen Karton und bittet online um Hilfe.

Jede Unterstützung zählt
Diese Arbeit ist zeitintensiv und kostspielig. Um sie zu sichern, hat der Verein die Möglichkeit geschaff en, Patenschaften für Tauben zu übernehmen. Die Tiere werden auf der Vereinswebsite liebevoll vorgestellt, sodass Unterstützerinnen und Unterstützer gezielt helfen können.

Viele Menschen, eine Stimme
Auch Mitgliedschaften sind für den Verein entscheidend. Denn jede Mitgliedschaft zählt, wenn es darum geht, gegenüber Stadt, Politik und Verwaltung gehört zu werden. Je mehr Menschen der Verein repräsentiert, desto größer ist sein Handlungsspielraum.

Zum Abschied: Brief einer Taube
Wenn eine Taube den Menschen eine Nachricht zukommen lassen könnte, dann würde wohl ungefähr das darinstehen: Wir Tauben brauchen Menschen, die nicht
wegsehen. Menschen, die Missstände benennen und Verantwortung übernehmen. Manchmal reicht schon ein einziger Blick, um uns mit anderen Augen zu sehen.

Was passiert mit der Hilfe der Jackl Stiftung?
Stadttauben München e.V. verwendet die Spende, um Tierarztkosten zu begleichen.

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